Leistenbruch: Männer trifft es öfter

Schwellungen und ziehende Schmerzen in der Leistengegend, Bauchschmerzen und Erbrechen - diese Beschwerden sollten Sie aufhorchen lassen, denn möglicherweise steckt ein Leistenbruch dahinter. Meist ist die Verletzung harmlos und leicht durch eine Operation zu beheben. Voraussetzung ist, dass er richtig erkannt wird, sonst drohen mitunter lebensbedrohliche Komplikationen.

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Ein Leistenbruch ist eine sackartige Ausstülpung von Bauchinhalt, die durch eine Lücke in der Bauchdecke hervorgerufen wird. Oft treten dabei Teile von Buchfell oder Darm durch die Bauchdecke oder den Leistenkanal aus dem Bauchraum aus.

Leistenbruch - nicht immer harmlos

Leistenbrüche kommen häufig vor und werden chirurgisch behandelt - Männer sind öfter betroffen als Frauen. Sie entstehen, wenn es zu einer Druckerhöhung im Bauchraum kommt - zum Beispiel beim Heben schwerer Lasten, in der Schwangerschaft oder sogar beim Husten.

Obwohl die meisten Leistenbrüche ungefährlich sind, kann es zu schweren Komplikationen kommen. Etwa, wenn der Darm oder anderes Gewebe nicht mehr ausreichend oder gar nicht mehr durchblutet werden, während sie durch die entstandene Lücke gezwängt werden. Ist eine Darmschlinge eingeklemmt, droht mitunter ein Darmverschluss, der lebensbedrohliche Folgen haben kann. Auch eine Darmperforation mit anschließender lebensgefährlicher Bauchfellentzündung ist eine mögliche Komplikation.

Geschwulst in der Leiste

Ein Leistenbruch macht sich bei Erwachsenen durch Vorwölbungen im Bereich der Leiste, dem sogenannten Bruchgeschwulst, bemerkbar. Dabei kann es im Bereich des Bruches zu leichten und ziehenden Schmerzen kommen, die sich beim Abtasten verschlimmern. Der Schmerz strahlt bei Männern außerdem manchmal in den Hoden aus. Mitunter kommt es auch zu Bauchschmerzen und, sollte Darm eingeklemmt sein, auch zu starken Schmerzen und Erbrechen.

Leistenbruch beim Kind

Bei Kindern äußert sich ein Leistenbruch durch eine sichtbare Schwellung in der Leistengegend und im Bereich des Hodensacks. Falls Sie eine solche Schwellung bemerken, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen.

Operation unbedingt nötig

Da sich ein Leistenbruch nicht von selbst zurückbildet, sondern sich weiter vergrößert, sollte er immer operiert werden. Aufgrund moderner Verfahren können die Eingriffe oft sogar ambulant durchgeführt werden. Die Operation findet entweder unter Vollnarkose, örtlicher Betäubung oder in einer Kombination beider Verfahren statt.

Stand: 28.03.2013
Autor: Amra Ackermann

Redaktion: Janine Berdelmann

Quellen:

  • Leitlinien der Dt. Ges. f. Kinderchirurgie (DGKCH): Leistenhernie, Hydrozele (Stand: Dezember 2010)
  • Carus T.: Operationsatlas Laparoskopische Chirurgie. Springer Verlag. 2. Auflage 2009
  • Berchtold R.: Chirurgie. Urban & Fischer Verlag. 6. Auflage 2008
  • Meßmer et al.: Was gibt es Neues in der Chirurgie? Berichte zur chirurgischen Fort- und Weiterbildung. Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH. 1. Auflage 2010
  • Engelhardt M.: Sportverletzungen: Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen. Urban & Fischer Verlag. 1. Auflage 2009