Suchtprävention

Ob Alkohol, Zigaretten oder Kokain - Drogen erfüllen meist eine ganz bestimmte Funktion. Sie sollen anregen oder entspannen, das Selbstbewusstsein aufpolieren, Frust und Ängste vertreiben, eine Auszeit vom Alltag bieten oder ganz einfach die Laune heben. All das lässt sich auch ohne Drogen bewerkstelligen.

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Der beste Weg, Süchten zu entkommen, ist daher, die eigene seelische Balance zu stärken und Strategien zu entwickeln, wie man mit den Hürden im Leben zurechtkommt.

Selbstbewusstsein stärken

Ein gesundes Selbstbewusstsein ist der beste Schutz vor Abhängigkeit. Selbstbewusste Menschen müssen sich keinen Mut antrinken, brauchen keinen Alkohol, um Hemmschwellen zu überwinden. Sie trauen sich, Hilfe zu erbitten, wenn sie Unterstützung brauchen und können auch mal nein sagen. Sie laufen daher weniger Gefahr sich zu überfordern - und Stress ist ein wesentlicher Risikofaktor für Süchte. Hinzu kommt, dass wer selbstbewusst ist, sich weniger leicht dem Gruppenzwang unterordnet - und beispielsweise raucht oder trinkt, weil alle anderen es tun.

Eine gute Strategie, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken, besteht darin negative Selbstbilder zu überprüfen. Oft ist es ein innerer Miesmacher, der einem einflüstert, "Dich mag sowieso keiner", "Du kriegst sowieso nie etwas auf die Reihe", "Du wirst nur dann geliebt, wenn Du perfekt bist". Solche Überzeugungen untergraben das Selbstwertgefühl. Sie sind meist in der Jugend erlernt - und lassen sich auch wieder verlernen. Wer allein nicht weiterkommt, kann das Mithilfe eines Therapeuten tun.

Eltern, die das Selbstwertgefühl ihrer Kinder stärken, die ihre Stärken loben und sie bei Schwächen liebevoll unterstützen, die Zuneigung und Wertschätzung nicht an Leistungen festmachen, geben ihren Kindern den besten Schutzschild vor Sucht mit auf den Lebensweg.

Stress beherrschen

Wer ständig unter Strom steht, sucht leichter kurzfristige Entlastung bei Drogen. Finden Sie heraus, was Sie im Leben besonders stresst und suchen Sie nach Lösungen. Gezielte Strategien zum Stressmanagement helfen den Alltag besser zu organisieren, sich nicht von unwichtigen Dingen die Zeit rauben zu lassen und sich von allzu viel nervenraubendem Perfektionismus zu verabschieden.

Gefährdete Gruppen

Der Hang zu Drogenkonsum steckt ein Stück weit in den Genen. Menschen in deren Familien Suchterkrankungen verbreitet sind, sind besonders anfällig für Drogen. Sie sollten daher im Umgang mit Suchtmitteln besonders aufpassen.

Auch das Geschlecht spielt beim Drogenkonsum eine große Rolle. Während Männer öfter zum Alkohol greifen geraten Frauen häufiger in eine Abhängigkeit von Medikamenten.

Präventionsprogramme

Zahlreiche staatliche Programme und Beratungsstellen sollen Sucht vorbeugen, bei riskantem Umgang mit Drogen helfen und bei der Therapie von Süchten unterstützen. Dazu gehören spezielle Programme an Schulen, speziell auf verschiedene Suchterkrankungen zugeschnitten Angebote verschiedener gemeinnütziger Träger sowie Informationsseiten und -programme der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Autor: Christiane Fux

Stand: 28.08.2012

Quellen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
  • Bundesministerium für Gesundheit: Drogen und Suchtbericht 2011
  • Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS)